Am 26. Februar fand in der Alten Aula unserer Schule eine beeindruckende Zeitzeugenveranstaltung statt. Zu Gast war der Zeitzeuge Thomas Raufeisen, der rund 170 Schülerinnen und Schülern der Abschlussklassen eine besondere Form des Geschichtsunterrichts bot.
Thomas Raufeisen, der 1962 in Hannover geboren wurde, las aus seinem Buch „Ich wurde in die DDR entführt. Von meinem Vater. Er war Spion.“ vor – insbesondere Passagen, die seine Kindheit, die Übersiedlung von Hannover in die DDR und die Erfahrungen im Gefängnis dokumentieren.
Zwischen den gelesenen Passagen schilderte er die Gründe, warum seine Familie 1979 in die DDR übersiedeln musste und wie der Vater als Spion der Stasi die Lebensumstände prägte. Thomas Raufeisen erläuterte die politischen und gesellschaftlichen Umstände jener Zeit und ergänzte dies durch seine alltäglichen Erfahrungen. Im Sportunterricht der DDR (Leichtathletik) wurde beispielsweise eine Handgranate zum Werfen verwendet. Zwischendurch gab es immer wieder die Möglichkeit Fragen zu stellen.
Im Zusammenhang mit aktuellen Diskussionen über die Verbreitung von Unwahrheiten in den sozialen Medien verdeutlichte er, dass politische Beeinflussung auch heute in ganz neuen Formen auftreten kann. Dies erinnere ihn an seine Zeit in der DDR.
Seit 2003 ist Thomas Raufeisen Besucherreferent in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, in der er nach den Fluchtversuchen der Familie inhaftiert war. Als Zeitzeuge hält er Vorträge, Lesungen und Zeitzeugengespräche in Bildungseinrichtungen.
Wir sind dankbar, dass Thomas Raufeisen bei uns war, uns Einblicke in seine persönliche Geschichte gegeben hat und gezeigt hat, wie wichtig Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung sind.
Artikel: E. Stahl, Bilder: T. Raufeisen


